Ja für den Ratsbürgerentscheid in Zülpich – Artikel in der Kölner Rundschau am 21.8.2015

Ja für den Ratsbürgerentscheid in Zülpich

Erstellt 21.08.2015

Während der Einwohnerfragestunde legten die Eltern noch einmal ihre Standpunkte pro und kontra der Errichtung einer Gesamtschule dar.
Eltern konnten eine Stunde Bedenken und Zustimmung zur Gesamtschule darlegen. Am Ende stand die Entscheidung im Rat für einen Bürgerentscheid. Am 27. September soll über die Schullandschaft entschieden werden. Von Claudia Roberz

Zülpich.

Zur Frage, ob es in Zülpich zukünftig eine Gesamtschule geben und Haupt- und Realschule auslaufend geschlossen werden, wird es einen Ratsbürgerentscheid geben. Darüber stimmte der Rat am Donnerstag gegen 21.10 Uhr einstimmig ab. Über den Inhalt des Ratsbürgerentscheids werden die Ratsmitglieder am kommenden Dienstag noch einmal gesondert abstimmen.

Bürgermeister Albert Bergmann wird mit Winfried de Bruin von der Elterninitiative zum Erhalt der Realschule, der gestern Vormittag das Bürgerbegehren der Elterninitiative im Rathaus abgeliefert hatte, eine hoffentlich für alle Seiten zufriedenstellende Formulierung des Ratsbürgerentscheids erarbeiten.

Ratsbürgerentscheid am 27. September

Über die Zukunft der Zülpicher Schullandschaft sollen die Bürger der Römerstadt am 27. September abstimmen. Dieser Termin wurde für eine mögliche Stichwahl um den Landratsposten festgelegt, so dass für diesen Termin bereits jetzt alle Formalien wie unter anderem Wahlurnen und Stimmzähler bereitstehen.

Rund 300 Schüler, Eltern und Lehrer hatten sich schon etwa eine Stunde vor der entscheidenden Ratssitzung vor der Bürgerbegegnungsstätte Martinskirche eingefunden. Vier Träger hatten einen Sarg geschultert, trugen symbolisch die Karl-von-Lutzenberger-Realschule zu Grabe. Die Schüler hatten Plakate gebastelt. „Warum?“ stand dort in großen Lettern geschrieben und „Finger weg von unserer Schule“.

Eltern durften Fragen stellen

Obwohl Bürgermeister Albert Bergmann zu Beginn der Ratssitzung vorschlug, die Ausführungen zum Schulentwicklungsplan vor die Einwohnerfragestunde zu setzen, gaben die Ratsmitglieder dem Wunsch der Protestierenden nach und ließen die Eltern zunächst ihre Fragen stellen.

Winfried de Bruin schlug dem Rat vor, den Status Quo der Zülpicher Schulen zu erhalten. „Zumindest für ein Jahr. Dann haben Sie und wir genügend Zeit, alles in Ruhe und mit Gelassenheit vorzubereiten. Machen Sie diese Rolle rückwärts“, forderte er die Ratsmitglieder auf.

Auf die Bemerkung einiger Realschuleltern, sie seien über eine so gravierende Änderung der Zülpicher Schullandschaft nicht genügend informiert worden, meldete sich Claudia Weitz von der Schulelternpflegschaft der Zülpicher Hauptschule zu Wort: „Ich bin schon groß, ich kann schon lesen und ich kann mich informieren. Ich habe die Angst, dass unsere Hauptschule bei Ablehnung einer Gesamtschule das Auffangbecken für alle Schüler wird, die woanders nicht aufgenommen werden.“

Hürtgen fühlte sich persönlich angegriffen

Persönlich angegriffen fühlte sich Beigeordneter und Bürgermeisterkandidat Ulf Hürtgen von der Elterninitiative, die zuvor Gegenkandidat Detlef Krings um Stellungnahme zur Gesamtschule aufgefordert hatte: „Ich habe immer für ein dreigliedriges Schulsystem gekämpft. Die größten Befürworter einer Gesamtschule schlagen sich jetzt auf Ihre Seite. Und die, die immer Verfechter des dreigliedrigen Schulsystems waren, stehen jetzt am Pranger. Wenn das jetzt mit der anstehenden Wahl vermischt wird, finde ich das unerträglich.“