Gedenkfeier an den 70. Todestag von Karl von Lutzenberger

Den Namensgeber gebührend gewürdigt

10 Jahre nach der Namensgebung gedachten die Realschüler Oberpfarrer Karl von Lutzenbergers anlässlich seines 70. Todestages Heilig Abend 1944. Seit November hatten sich die einzelnen Klassen der Schule mit vielfältigen Arbeiten zum Thema „Karl von Lutzenberger und seine Zeit“ auseinandergesetzt, wobei die welt- und lokalgeschichtlichen Ereignisse der Jahre 1914 – 1944 – 2014 mit einbezogen wurden. So entstanden künstlerische Darstellungen vom Graffiti bis zur Portraitmalerei, Textbeiträge, Rollenspiele sowie handwerkliche Ausarbeitungen wie der in einen Ruhebereich integrierte Lebensbaum.

Andere Klassen wählten den Film als Präsentationsmittel, interviewten Menschen in der Stadt zu den Themenbereichen „Zivilcourage und Toleranz“. Dabei kamen auch Zeitzeugen wie Frau Klose aus Haus Dürffenthal, Frau Pesch, die als Kind Nachbarin Lutzenbergers war, sowie die Mitglieder des Geschichtsvereins Franz Josef Schulte, Hans Schall und Hermann Josef Klinkhammer zu Wort.

So stand der letzte Tag vor den Weihnachtsferien ganz im Zeichen Lutzenbergers. In einem so genannten „Museumsgang“ erhielten alle Schüler sowie Eltern und Gäste die Gelegenheit, sich über die einzelnen Projekte ausführlich zu informieren. In der gemeinsam im Forum der Schule abgehaltenen anschließenden Gedenkfeier wurde nochmals besonders herausgestellt, dass die von Lutzenberger verkörperten Werte wie Toleranz, Zivilcourage, Achtung der Menschenwürde, Gradlinigkeit und Zuverlässigkeit nicht nur Bestandteil des Schulprogramms sondern von besonderer aktueller Bedeutung sind.

Die Schülersprecher Simon Winkler und Yannick Klinger hoben hervor, dass „diese Gedenkfeier nicht nur an die Schrecken und Grausamkeiten des Naziterrors erinnert, sondern sie soll auch sensibel machen für die Gefahren, die unter dem Deckmantel von so genannten Protestbewegungen gegen unser Menschenbild verstoßen. Also seid wachsam und lasst euch nicht von dummen Parolen anmachen.“

Ein gemeinsamer Gottesdienst am Abend in St. Peter, Lutzenbergers letzter Wirkungsstätte, rundete die Gedenkfeier mit den Worten Martin Luther Kings ab: „Wir haben ein stattliches Haus geerbt, ein großes „Welthaus“, in dem wir zusammen leben müssen – Schwarze und Weiße, Menschen aus dem Osten und dem Westen, Heiden und Juden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus, eine Familie, die in ihren Ideen, ihrer Kultur und ihren Interessen übermäßig verschieden ist und die – weil wir nie mehr ohne einander leben können – irgendwie lernen muss, in dieser großen Welt miteinander zu leben.“

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