Geschichtsunterricht vor Ort

Zülpicher Realschüler besuchten das ehemalige KZ Dachau bei München

Kurz vor den Abschlusszeugnissen und ihrer gleichzeitigen Entlassung unternahmen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c der Karl-von Lutzenberger Realschule Zülpich nochmals eine gemeinsame Exkursion. So stand am Fronleichnamswochenende der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau bei München auf dem Programm. Man hatte sich das Ziel gesetzt, nicht nur im Klassenraum über die Zeit des Naziregimes zu sprechen, sondern sich auch vor Ort ein Bild zu machen. „Ich bin selbst als Schüler in Dachau gewesen und habe damals einen noch besseren Zugang zum Thema bekommen. Es ist wichtig, jungen Menschen zu zeigen, dass solche Schreckenstaten nicht in Vergessenheit geraten dürfen und man sich stetig mit ihnen auseinandersetzt, gerade auch in der heutige Zeit“, meint der begleitende Lehrer Christian Müller über die Reise nach München.

 

Nach dem Eintritt durch das Lagertor mit der bekannten Inschrift „Arbeit macht frei“, fand sich die Gruppe zunächst auf dem Appellplatz wieder. Von dort aus konnte man die Größe des Lagers und die Umzäunung mit den Wachtürmen gut überblicken. Die rekonstruierten Barracken waren ein weiterer wichtiger Ort, den sich die Klasse ansah. „Es war erschreckend zu sehen, unter welch unwürdigen Bedingungen Menschen leben und schlafen mussten. Wie Menschen anderen Menschen so etwas antun konnten, versteht man nicht“, äußerte sich eine Schülerin betroffen. Anschließend ging man auf der so genannten „Todesallee“ Richtung Krematorium. Schweigend und sichtlich mitgenommen sahen die Jugendlichen die zahlreichen Verbrennungsöfen sowie den Raum des „Brausebades“, die eigentliche Gaskammer. „Einen solchen Ort live zu erleben, an dem derartige menschliche Schandtaten vollzogen wurden, ist etwas ganz anderes und nimmt einen viel mehr mit, als darüber in Büchern zu lesen. Ich glaube, es hat uns alle tief berührt“, resümierte ein weiterer Schüler.

Neben dem Besuch des KZ Dachau erkundete die Klasse 10c auf ihrer Reise unter anderem auch das olympische Gelände von 1972. Auf dem Olympiaturm referierten Schüler über das Attentat auf die israelische Mannschaft während der „heiteren Spiele“. Es war der perfekte Ort, da man von dort aus im 360 Grad-Blick auf alle wichtigen Sportstätten und das olympische Dort sehen konnte. Besonders die architektonische Bauweise der Sportstätten beeindruckte die Jugendlichen.

Man kann festhalten, dass die Exkursion nach München für die Klasse 10c ein kulturell gewinnbringender Abschluss ihrer Zeit an der Realschule war.

Finanziell unterstützt wurde die Fahrt von der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen sowie der Victor Rolff Stiftung.